Amalthea Téras

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Steckbrief
Intime Outtime
Name: Amalthea Téras Spieler: Anja Plesser
Rasse: Mensch Regelwerk: DNZ (mod)
Herkunft: Anur'Thal/Balamar Klasse: Abenteurer
Alter: 23 Contage: 41
Kaste bei der Klinge: Heiler EP: 280
Rang bei der Klinge: Feldscher Magiepunkte:
Zugehörigkeit: Freie Gruppe N°23 Rang im RW: Lehrling
Weitere Zugehörigkeit: Status: aktiv
Gesinnung:

Intime

Charakter

Fertigkeiten:

  • Lesen und Schreiben
  • Feuer machen
  • Schriften II
  • Entfesseln
  • Kräuterkunde
  • Erste Hilfe
  • Heilkunde I+II
  • Sagen und Legenden I

Magie:

  • Abstand
  • Feuerfinger
  • Gesinnung spüren
  • Gift spüren
  • Lichtzauber
  • Magie spüren
  • Magische Rüstung I
  • Metall erhitzen
  • Schlaf
  • Wunde reinigen
  • Wunde heilen
  • Wunde verschieben
  • Windstoß



Besuchte Cons und IT-Abende

2008

  • IT-Abend der Klinge
  • Talosia: Accuso
  • Conquest of Mythodea 2008
  • IT-Abend der Klinge
  • Klingen-Exkursion
  • Sudgard 4
  • Totenlenker

2009

  • Feuer&Eis
  • Per aspera ad astra
  • Artarien VI
  • Jenseits der Siegel
  • Conquest of Mythodea 2009
  • Talosia Insculpo

2010

  • Adrak I
  • Henkersmahlzeit
  • Klingenexkursion 2.0
  • Dämonenbrut

2011

  • Talosia Confugio

2012

  • Temporia
  • Lyosan

2014

  • Klingenexkursion 3.0


Geplante Cons und IT-Abende

Lebensgeschichte

Mein Name ist Amalthea Teras und ich bin Bürgerin der Stadt Anur’thal im Land Balamar. Hier bin ich aufgewachsen, wie viele andere Frauen in ärmlichen Verhältnissen, während auf der naheliegenden Burg die Reichen und Ruhmreichen ihr prunkvolles Leben genossen. Ich aber lebte mit meinen Eltern auf einem kleinen Gestüt etwas außerhalb der Stadttore und kümmerte mich von kleinauf um das Vieh und darum, dass wir unseren Unterhalt bezahlen konnten. Meine Mutter war Schneiderin. Sie nähte, flickte, stopfte und entwarf Kleidung für die Leute der Unterschicht, denn für eine Schneiderin der Burg fand sie sich zu ungeschickt. Mal davon abgesehen, dass sie sich die wertvollen Stoffe gar nicht leisten konnte. Sie kaufte immer auf dem Markt ein, wobei ich sie begleitete und somit eine Menge über dieses Handwerk lernte. Natürlich brachte sie mir die wichtigsten Kniffe bei, denn auch wenn sie hoffte, dass ich es mal zu etwas Besserem brachte, wollte sie mir eine Grundlage schaffen, um überhaupt überleben zu können. Dennoch führte ich dieses Handwerk nicht mit Freuden aus und erlernte es nur notbedürftig und meiner Mutters Willen wegen. Denn mein eigentliches Interesse lag in der Kunst des Schreibens. Schon als kleines Mädchen konnte ich nicht anders, als bei den Marktschreibern stehen zu bleiben und darüber zu staunen, wie die schwarze Tinte sich auf dem Pergament ausbreitete und zu schwungvollen Zeichen geformt wurde. Auch meine Mutter beobachtete meine zündelndes Interesse daran und reagierte mit sichtlichem Unbehagen. Fortan nahm sie mich seltener mit zum Markt und wenn, dann versuchte sie, mich mit allen Mitteln von den Schreibern fernzuhalten. Ihre Sorge war berechtigt, denn als ich anfing, mit Kohle auf meinem Boden im Zimmer die Zeichen nachzumalen, bemerkte dies auch mein geschäftiger Vater und bekam einen rasenden Wutanfall. Für ihn war klar, dass seine Tochter gesittet auf dem Hof mithalf und keine Flausen im Kopf hatte, weswegen ich einige schallende Ohrfeigen von ihm bekam. Von den Worten, die er mir dabei an den Kopf warf, möchte ich hier lieber nichts erwähnen. Ich musste also vorsichtiger sein, denn obwohl ich nun wusste, was auf mich wartete, wenn er mich noch mal erwischte, wollte ich meine entfachte Leidenschaft zu Buchstaben nicht aufgeben. So traf es sich, dass ich eines Tages, ich war gerade 14 Jahre alt geworden, auf dem Markt Freya traf. Sie stand genau wie ich fasziniert vor einem der Schreiber (ich stahl mich immer heimlich dorthin, nachdem ich etwas von unserem Obst- und Gemüseanbau verkauft hatte), während dessen Feder fahrig über das Pergament kratzte. „Wunderschön, nicht wahr?“, flüsterte sie und ich konnte nur nicken. Freya war ein Jahr älter als ich, wie ich später von ihr erfuhr, und sollte in einigen Wochen mit jemandem von der Burg verheiratet werden. Es dauerte nicht lange, da zog ich immer öfters mit Freya durch die Straßen. Und obwohl sie fortan auf der Burg wohnte, blieb unsere Freundschaft, welche durch die Liebe zur Schrift geboren worden war, lange erhalten. Dabei war es von Vorteil, dass meine Freundin schließlich tatsächlich schreiben lernte und dieses Wissen, wann immer es möglich war, an mich weiter gab. Wir trafen uns also heimlich in einer kleinen Höhle im Wald, in der wir meine Schreibutensilien aufbewahrten und wo ich versuchte, täglich zu üben. Des weiteren brachte sie mir ein paar kleine Verteidigungsübungen mit dem Dolch bei, denn „Eine Frau sollte niemals wehrlos sein“, wie sie immer sagte. So lebte ich also mein Doppelleben, bis ich schließlich das 18. Lebensjahr erreichte.

Und dann begann sie. Die Zeit meiner Jugend, welche ich fortan verdrängte. Die Ernte war dieses Jahr nicht gut, sie war so schlecht, dass meine Eltern um ihren Hof bangen mussten. Die Hälfte des Obstes war verfault und das Gemüse wuchs nicht, da es von etlichem Ungeziefer befallen war. Das hieß für uns schuften, schuften und noch mal schuften. Zudem wurde meine Mutter noch einmal schwanger, was eine zusätzliche Belastung für alle war. An einem jener Tage, die ich von morgens bis abends auf den Feldern arbeitete (worunter auch mein Schreibunterricht litt) , kam mein Vater mit einem groß gewachsenen, dunkelhaarigen Mann auf den Hof. Sein Gesicht ließ nichts Gutes ahnen und meine Mutter und ich wussten sofort, dass dies einer der Steuereintreiber sein musste. Er sollte den Wert des Hofes schätzen und schauen, wie lange er noch zu halten war. Er sprach also mit meinem Vater in der Küche, während ich mit einem unguten Gefühl weiter meiner Arbeit nachging. Auf einmal hörte ich den Ruf meiner Mutter. „Thea! Komm mal rein!“ Sie klang etwas aufgeregt und doch meinte ich Besorgnis aus ihrer Stimme zu hören. Ich wischte mir also die Hände an meiner Schürze ab und trat ins Haus. Der große, besser gekleidete Mann musterte mich von oben bis unten. Ich fühlte mich so unwohl, dass ich am liebsten wieder hinaus gegangen wäre. „Sie scheint eine tüchtige Arbeiterin zu sein und hübsch genug ist sie auch“, hörte ich den Fremden sagen und schauderte. Was sollte das werden? Sollte ich wie Vieh verkauft werden? „Ich mache Euch ein Angebot. Gebt mir Eure Tochter zur Frau und ich werde die Schulden Eures Hofes übernehmen.“ Entsetzt schaute ich erst zu meiner Mutter, dann zu meinem Vater... Das konnten sie doch nicht tun! Oder doch? Der folgende Abend brachte eine hitzige Diskussion mit sich. Natürlich wollte ich nicht an diesen schmierigen Kauz verkauft, schlimmer noch: mit ihm verheiratet werden! Doch ich merkte schon bald, dass ich keine Chance hatte. Mein Vater bestand darauf und ich sollte doch gefälligst an ihr Hab und Gut denken, während meine Mutter die meiste Zeit schweigend und in sich gekehrt in der Ecke saß. Damit war es also beschlossen und gleich den nächsten Tag wurde ich geholt und bei ihm einquartiert.

Die folgenden Wochen und Monate erlebte ich wie in Trance. Ich musste den Haushalt für meinen Herrn „Greogor Raven“ machen, war Magd und Liebesspielzeug zugleich und wehe ich wurde zu aufmüpfig. Die Treffen mit Freya blieben somit auch aus, es sei denn, ich traf sie mal zufällig bei Besorgungen auf dem Markt. Dort tauschten wir kurz ein paar Neuigkeiten aus und sie versuchte mich so gut es ging seelisch zu unterstützen. Wir wussten beide, dass ich dieser Hochzeit, die für den nächsten Sommer angesetzt war, nur mit einer Flucht entrinnen konnte. Ich spielte schon lange mit diesem Gedanken, doch der entscheidende Auslöser kam eine Woche vor dem vermeldeitlen Vermählnis. Raven kam spät am Abend nach Hause, seine Laune war wie fast immer missmutig und gereizt. Ich bezog gerade die Betten neu, als er in die Schlafstube gestürmt kam. Er beschuldigte mich, mit einem der Marktschreier beim Turteln gesichtet worden zu sein. Ich stritt es ab und bekam es gleichzeitig mit der Angst zu tun, da ich wusste, wie schnell mein Herr ausrasten konnte. Doch dieses Mal war es schlimmer. Er zerrte mich am Arm durch das Haus, hinaus in den Hof, wo er eine kleine Schmiedewerkstatt hatte. Ich versuchte mich zu wehren, rief mir die Tricks von Freya in Erinnerung, doch ohne Waffe hatte ich nicht viel auszusetzen und machte ihn nur noch wütender. Kurzerhand hielt er ein Stück Eisen mit seinem Wappen, einem Raben, ins lodernde Feuer. „Ich werde jedem zeigen, zu wem du gehörst“, zischte er und drückte mir mit diesen Worten das glühend heiße Metall über die Halsbeuge. Schreiend und wimmernd ließ er mich anschließend auf dem Boden liegen; gebranntmarkt bis ans Ende meiner Tage...

Noch in der selben Nacht packte ich meine Sachen, holte das Schreibzeug aus unserem Versteck und gab Freya unser gemeinsames Zeichen, dass sie aus der Burg kam. Sie sah sofort was los war und was ich vor hatte. Für ein paar Minuten verschwand sie noch mal in die Burg hinein und kam schließlich mit einem in Leinen gewickelten Gegenstand wieder. Sie überreichte mir einen einfachern, aber effektiven Dolch. „Damit du dich nächstes Mal wehren kannst“, sagte sie und wünschte mir alles Gute. Es war schwer, sie zurückzulassen, aber ich wusste, dass es keine andere Chance gab. Also sah ich zu, dass ich noch während der Dunkelheit aus Anur’thal verschwand. Bei meinen Eltern schaute ich nicht noch mal vorbei. Ich ahnte, dass er mich verfolgen lassen würde, denn er gab nie so einfach her, was ihm mal gehörte und so ließ ich meine Heimat für eine lange Zeit hinter mir...

Ich reiste also durch die Lande, setzte mich als Schreiber auf die Märkte und schrieb reichen wie armen Leuten Briefe, Schriften oder Reden. Ich kam in größere Städte wie Elros, in denen ich mich für eine längere Weile einquartierte, doch irgendwann zog es mich weiter. Ich verdiente nicht besonders viel durch das Schreiben, aber es reichte so grade zum Leben. Trotzdem beschloss ich, von meinem wenig gesparten Überresten eine Schiffsfahrt zu machen. Ich wollte etwas anderes als Balamar sehen, neue Länder und Sitten kennen lernen, um mehr Erzählungen für die Geschichtenerzähler zu haben und eigene Erfahrungen zu sammeln. So kam es also, dass ich auf einem Transportboot mitgenommen wurde, das erst mehrere Häfen anfuhr um schließlich nach Ruwenien weiterzufahren. Während wir also an dem zweiten Hafen Rast machten, um das Boot weiter zu beladen, setzte ich mich auf eine halb zerfallene Mauer und versuchte wie so oft meine Gedanken aufzuschreiben. Das wogende Meer hatte mich aufgewühlt und die einzelnen Salzwassertropfen auf meiner Haut ließen das immer noch gerötete Brandmahl unangenehm schmerzen. Während ich schrieb, nahm ich aus den Augenwinkeln wahr, dass sich ein großer Mann ein Stück entfernt auf die Mauer sinken ließ. Er hatte seine komplette Rüstung an, worauf ein Wappen gezeichnet war, welches ich aber nicht erkennen konnte. Er saß nicht so aufrecht, wie ich es sonst von stolzen Kriegern gewohnt war, eher ein wenig geknickt, da er sich an seinem schweren Korspieß abstützte. Wie jedes Mal, wenn Männer mir zu nahe kamen, rückte ich etwas weiter weg und wandte ihm meinen Rücken zu. Es war nicht immer einfach gewesen, den Männern aus dem Weg zu gehen. Doch mit meinem Dolch unter den Gewändern fühlte ich mich wenigstens nicht ganz so hilflos. Ich schrieb also weiter, jedoch immer noch auf der Hut. Als ich schließlich hörte, wie der Krieger aufstand und sich mir scheppernd näherte, stellte sich mir eine Gänsehaut auf. Die Schritte waren schwer und bedächtig gesetzt. Unauffällig griff ich unter den Stoff und fühlte die kühle Klinge des Dolches. Er blieb direkt hinter mir stehen. Plötzlich erklang ein lauter, dumpfer Knall und mit einem Satz war ich auf den Füssen. Ich hielt dem Fremden meinen Dolch entgegen und funkelte ihn durchdringend an. Doch er schaute ebenso zurück, unerschrocken und wenig beeindruckt. „Seyd gegrüßt“, sagte er schließlich, die Waffe an seiner Brust ignorierend. Seine Stimme war tief, wenn auch ein wenig rau. Ich konnte ihn schlecht einschätzen, also erwiderte ich nichts und konzentrierte mich weiterhin darauf, meinen Dolch in Höhe seiner Kehle zu halten. „Ich habe gesehen, dass Ihr schreibt?!“ Wieder antwortete ich nicht. Schließlich packte er mich am Handgelenk und wollte meinen Arm wegdrücken, doch ich ließ den Dolch blitzschnell auf die freie Stelle zwischen seiner Armrüstung schnellen. Ein dünner roter Riss entstand, aus dem langsam Blut floss. „Ich wollte Euch eigentlich nur um einen Gefallen bitten“, sprach er, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Ich jedoch war ein paar Schritte zurückgestolpert. „Um einen Gefallen?“, fragte ich misstrauisch. „Ich bezahle Euch auch. Nur bitte... schreibt für mich.“ Zögernd ließ ich den Dolch sinken. Geld konnte ich immer gebrauchen. Trotzdem war ich immer vorsichtig. Er machte auf mich keinen hinterlistigen Eindruck, aber er war immer noch ein Mann. Und ein Krieger. Trotz allem hatte ich das Gefühl, ihm trauen zu können. Ich wusste nicht, ob es der Ausdruck in seinen Augen war oder doch eher die leicht gebückte Haltung, als hätte er schon viel durchmachen müssen. „Wohin fahrt Ihr und wann geht Euer Schiff?“, fragte ich also und ließ den Dolch wieder unter meinen Gewändern verschwinden. „Gleich. Es hat soeben angelegt. Also werdet Ihr mich nach Ruwenien begleiten und für mich schreiben?“ Ich nickte kurz. So also kam ich nach Ruwenien und setzte meine abenteuerliche Reise fort...

Unser gemeinsamer Weg führte Connor Drakenblut, wie er sich vorstellte, und mich nach der Überfahrt zu einem Hohepriester der Odite. Nachdem ich bis dorthin schon seine ganze Lebensgeschichte kannte, konnte ich zum Teil nachvollziehen, warum er diese Prozedur über sich ergehen ließ. Jedoch schärfte er mir vorher noch genau ein, dass dieses Schriftstück, welches ich für ihn schrieb, unbedingt zur Gläsernen Klinge gebracht werden musste. Einer gewissen „Trudi“ sollte ich es überreichen. Nun machte ich mich also derweil schon mal auf den Weg nach Talosia, wo ich die benannte Gruppe schließlich treffen sollte. Connor verweilte noch etwas in Ruwenien, ehe er mir nachkommen wollte. So zog ich also allein los und erreichte alsbald mit einer Reisegruppe das Lager, in dem ich die Gläserne Klinge vermutete. Zuvor jedoch wurde ich ungewollter Zuschauer eines Opferrituals und anschließender Abschlachtung einiger wehrloser Bauern. Zwar hatte ich auf meinen Reisen schon viel gesehen, auch eine Menge fließendes Blut, allerdings nie so brachial und unfair wie dieses Mal. Ich fragte einen Baron, der mit mir gereist war, was passiert war und er schilderte mir die Situation. Dieser Baron, Baron von Schmiedestein, sollte mir noch mehrmals begegnen. Denn nachdem ich für ihn im Lager eine Schrift zur Analyse eines Untoten angefertigt hatte, erkundigte er sich später, ob ich nicht in seine Dienste treten wolle. Ich ließ das, wohlgemerkt großzügige, Angebot erst mal offen, denn derzeit hatte ich bereits Kontakt mit der Gläsernen Klinge aufgenommen, die wenig später angereist war und genoss deren Gesellschaft. Nicht viel später traf auch Connor ein und da er, durch die Umwandlung zu Odite seine Freunde nicht mehr erkannte, folgten einige Stunden, in denen vor allem Trudi versuchte, sein Gedächtnis wieder zurückzuerobern. Ich blieb also bei der Klinge, half ihnen, einen alten Baum mit Hilfe eines Amulettes zu heilen, von dem etwas Böses ausging und fand auch recht schnell dort Anklang. Kurz bevor die Reise weitergehen sollte, fragten sie mich, ob ich nicht mit ihnen nach Balamar zurückreisen wolle und ich schloss mich ihnen gerne an. Auf dem Weg zum Gläsernen Turm rasteten wir in Anur’thal, meiner Heimatstadt. Mir war bei dem Gedanken, wieder so nahe an meinem vermaledeiten „Mann“ zu sein, etwas unwohl. Andererseits stärkte es mich zu wissen, dass ich auch Freya, meiner alten Freundin, nicht mehr so fern war. Wenn ich sie auch nicht besuchen konnte, denn das hätte schwere Konsequenzen nach sich ziehen können, fühlte ich mich verbundener denn je mit ihr. Also feierte ich lieber mit meinen neugewonnenen Freunden, lernte Gynn -das Katzenwesen- ,Miariel – die Elfe- und Mel – den Elf- kennen. Darüber hinaus vergaß ich einige wenige Momente meine Sorgen.

Die nächste Reise sollte nach Mythodea gehen, dem bekannten Kontinent, von dem mir die Klinge schon so einiges berichtet hatte. Voller Vorfreude packte ich meine Sachen um mitzuziehen, doch ärgerlicher Weise bekam ich kurz vor der Abreise noch einen Auftrag, für einen Mittelländer zu schreiben und musste in Balamar verweilen. Während ich den anderen wehmütig nachsah, zogen sie, gut bepackt, auf nach Mythodea. Es waren schon drei Monde auf- und niedergegangen, da fügte sich mir allerdings doch noch das Schicksal und mein Auftrag konnte schneller als geplant ausgeführt werden. Fest entschlossen packte ich mein Hab und Gut zusammen und folgte meinen Freunden nach Mythodea. Dort lernte ich von Gynn einige Grundlagen des Schwertkampfes und schloss mich sogar meinen Mitstreitern an, als sie in die sagenumwogende Schlacht gegen das untote Fleisch zogen. Ich, als Schreiberin, mit Schwert und Dolch bewaffnet. Ich konnte es mir eigentlich selbst nicht so recht vorstellen, doch ich will nicht leugnen, dass es einen gewissen Reiz hatte. Zu unserem Leidwesen siegte das untote Fleisch und wir zogen uns in unser neutrales Lager zurück. Die gesamte Reise war für mich sehr aufregend, anregend, und es schreit nach mehr. Derzeit sind wir wieder zurück in Balamar, dort traf ich eine junge Hexe, welche noch ihren Weg suchte. Während ich ihr ein Hexendokument erstellte, erzählte ich ihr, dass ich zur Zeit mit der Gläsernen Klinge reiste. Sie war gleich interessiert und so nahm ich Thalita, so war ihr Name, mit zu einem unserer Waffentrainings. Daran nahm ich schon teil, um meine Basis noch etwas zu vertiefen. Eigentlich war mir gewiss, dass wir eilig zu unserer nächsten Reise übergingen, doch zunächst stand noch eine lehrreiche Exkursion der Klinge an. Brinna, ich kannte sie vorher nicht und habe sie auch an diesem Tag nur kurz zu Gesicht bekommen, hatte mehrere Lehrmeister angeheuert, die uns verschiedene Handwerke nahe bringen sollten. Erste Hilfe war Pflicht, wenn man dies noch nicht konnte; die anderen Themenbereiche konnten wir selbst wählen. Ich entschied mich für Kräuter- und Heilkunde, wobei ich letzteres leider nicht wahrnehmen konnte, da ich wiedermal einen noch zu erledigenden Auftrag bekam.

Trotzdem schafften Brinna und die anderen der Klinge es noch, mich, Yuna und Artair offiziell als Anwärter in die Klinge aufzunehmen, was mich wirklich mit Stolz erfüllte.

Durch meine Abwesenheit bekam ich leider Connors Weihe nicht mit, die sehr blutig verlaufen sein sollte. Trotz allem war es ein unverzichtbarer Tag, mit vielen nützlichen Tipps und Rezepten, was die Kräuterkunde angeht, welche ich bestimmt bei so manchen Schlachten noch gebrauchen konnte.

Ungefähr sieben Monde später wurde mir eine Nachricht überbracht, dass die nächste Reise uns nach Solania führen sollte. Bislang hatte ich nicht viel über den Kontinent zu hören bekommen, doch gespannt wie immer, fing ich schließlich an, meine Sachen zu packen.

In Solania kämpfte ich zum ersten Mal „richtig“. Ich war nervös, ich hatte Angst, aber dennoch stellte ich mich einem kleinen Zweikampf. Der Söldner war mit zwei Schwertern ausgerüstet, ich mit meinem Dolch und ebenfalls einem Kurzschwert. Ich tat mein Bestes, jedoch traf er mich an Bein und Hals, wodurch ich ziemlich schnell außer Gefecht gesetzt war. Ich konnte von Glück sagen, dass mir anschließend unsere Leute zu Hilfe kamen. Auf dieser Reise gab es für mich nicht besonders viel zu tun, aber es war auch sehr angenehm, einfach mal im Gras zu liegen und die Sonne zu genießen, denn Tamari, eine Hexe, und Miariel hatten um unser aufgeschlagenes Lager einen Schutzkreis gezogen, damit die ständig angreifenden Söldner nicht zu uns durchkamen.

Zurück im Turm packte ich meine Reisetasche vorerst wieder aus, denn die nächste angekündigte Kursion sollte erst einen Mondlauf vor der Jahreswende geplant sein. Derweil vertrieb ich mir meine Zeit weiterhin mit Schreibarbeiten auf dem Markt oder mit Aufträgen für die Klinge, denn zum Glück wurde ich für diese Arbeiten gut bezahlt. Mittlerweile festigte sich außerdem der Wunsch in mir, den Weg des Heilers einzuschlagen. Zum Kämpfen war ich nicht wirklich geeignet und ich wollte der Klinge, die mittlerweile schon wie eine Familie für mich war, noch in anderen Dingen nutzen können. Leider schaffte ich es in der nächsten Zeit nicht, von Dante oder Trudi unterrichtet zu werden. Also beschränkte ich mich weiterhin erst einmal auf das Schreiben.

Der nächste Aufbruch führten Keal, Neesdan, Connor, Trudi, Gynn, Salius und mich nach Taleira. Trudi und ich wurden schließlich von Keal und Connor angeführt, denn die anderen drei wurden beim Fluss überqueren von uns getrennt. Es war bereits dunkel und unheimliche Geräusche drangen uns an die Ohren. Meine Gefährtin und ich klammerten uns fest aneinander, während Keal und Connor uns vorne und hinten schützten. Trotz des Unbehagens und der Furcht, die mich erfüllte, vertraute ich Keal und Connor voll und ganz. Keals Rüstung wurde matt vom Mond angestrahlt, als er vor uns, das Schwert fest in der Hand, nach irgendwelchen Gefahren Ausschau hielt. Ich weiß nicht genau, wieso und weshalb mir plötzlich wärmer wurde, denn schließlich wanderten wir gerade durch eine zugeschneite Landschaft und der Wind pfiff unentwegt durch die Bäume. Mehr aus Spass teilte ich Trudi den Gedanken mit, dass Keal doch wirklich nicht schlecht aussah und fragte, ob er eigentlich eine Frau habe. Trudi verneinte, was ich mir eigentlich schon gedacht (gewünscht?) hatte, schließlich hatte ich nie jemanden an seiner Seite gesehen, außer seine Gefährten. Mein Herz machte trotzdem einen kleinen Sprung bei dieser Antwort, doch schnell verscheuchte ich dieses, für mich völlig neue, Gefühl in mir.

Bevor wir das schützende Gasthaus erreichten, wurden wir schließlich tatsächlich von einigen untoten Gestalten heimgesucht. Während Trudi und ich versuchten zusammenzubleiben, verteidigten Keal und Connor uns Seite an Seite. Connor hatte sich schon dort in meinen Augen den später folgenden Titel als „Unteroffizier der Klinge“, redlich verdient.

Endlich angekommen, halfen Gynn und ich, ein paar sonderbare Steine in der Umgebung des Hauses zu finden, die wir brauchten, um eine verborgene Pforte zu öffnen. Denn der Lich, ein ehemals menschliches Wesen, welches sich selbst zum Untoten gemacht hat und nun von anderen Menschen Besitz ergreifen konnte, suchte immer noch nach unschuldigen Seelen, die er fangen konnte. Ich selbst hatte eine Nacht einen solchen, sich wirklich real anfühlenden Alptraum, in dem alle anderen und vor allem Keal, vor meinen Augen gefoltert und anschließend getötet wurden, dass ich den nächsten Morgen nur sehr schwer in Erinnerung behalten habe.

Zu guter Letzt wurde der Lich jedoch vertrieben. Nicht getötet, denn er hatte es geschafft, noch kurz vorher eine weitere Seele einzufangen, weswegen er vermutlich immer noch mal wiederkehren kann.

Ein wenig erschöpft von den Erlebnissen der Reise, kehrte ich mit den anderen nach Balamar zurück. Ich war froh, mich danach erst mal nur wieder den Angelegenheiten im Turm zuwenden zu können.

Es blieb für eine Weile ruhig, ich feierte den Geburtstag von Yuna und Mel mit den anderen zusammen, ehe es wieder los ging. Diese Reise sollte nach Burgess, dem Heimatdorf von Asgar und Ceiteag, im Norden Balamars führen. Ich fühlte mich geehrt, dass ich ebenfalls von ihm ausgewählt wurde, ihn zu begleiten.

Es kam mir seltsam vor, eine Reise ohne Keal anzutreten. Er und Gynn würden erst später nachreisen, da sie noch eine wichtige Besprechung im Turm hatten. So zogen wir also unter der Führung von Asgar und Connor auf in den kalten Norden Balamars. In Burgess angekommen, bot sich uns ein sehr erschreckender Anblick. Viele Dorfleute lagen wie erstarrt auf dem Marktplatz, den Gassen und in den Häusern. Sie waren nicht tot, jedoch schliefen sie auch nicht. Wir konnten nicht viel mehr tun, als sie in die warmen Häuser zu schaffen, als Asgar, der losgerannt war, mit der Nachricht zurückkam, dass das Schwert, welches als Schutz des Dorfes galt, gestohlen worden war.

Wir beschlossen, uns nicht weiter an diesem Ort aufzuhalten und vorerst ins benachbarte Dorf zu gehen, um dort zu rasten und uns zu beraten. Ich verfasste während dieser Tage einen Bericht für Keal und überlegte mir, nun auf jeder Reise eine Art Protokoll zu führen, damit wir sie sammeln und als Nachschlagwerk nutzen konnten.

Ehe Keal schließlich zu uns stieß, saß ich mit Talitha und Kitiara, aber auch Iberian und einigen anderen Gefährten am Tisch. Nachdem Asgar das Schwert des Dorfes wiedererlangt und nun zu seinem Eigen machen durfte, gab es eine kleine gemütliche Tratschrunde. Talitha wollte unbedingt von Kitiara und mir wissen, was genau Liebe ist und während ich versuchte, ihr dieses Gefühl zu erklären, schob sich andauernd Keal in meine Gedanken. Ich versuchte dies zu verdrängen, doch als Ibi und die anderen mir später ebenfalls zusetzten und meinten, Keal wäre ja sicher kein schlechter Mann und so weiter, wurde ich verlegener denn je. Der Met hatte meinen Kopf schon gut eingenommen und die Röte stieg mir in die Wangen. Als Keal schließlich eintraf, übergab ich ihm schüchtern den Reisebericht, welchen er sich auch gleich durchlas. Ich habe immer noch das Bild vor Augen, wie er dort auf der Truhe sitzt und der Kerzenschein seine Gesichtshälfte beleuchtet, während er die geschriebenen Worte liest... Aber ich schweife viel zu sehr ab... Im Ostermond schloss ich mich Neesdan, Asgar, Eleonora und Keal an, die eine Exkursion zu den Feenseen wagen wollten, da diese Gegend in Balamar noch recht unentdeckt war. Ich sollte wie immer protokollieren, aber natürlich trieb mich auch meine Neugierde mit. Dieser kleine Ausflug sollte jedoch Konsequenzen für mich haben. Bei den Seen angekommen, kam uns ein Kopfgeldjäger entgegen (was wir natürlich erst später erfuhren), der ein Flugblatt mit sich trug, auf dem Eleonora abgebildet war. Der Graf von Kristarsien hatte ein Kopfgeld von 100 Gold auf Elo angesetzt, tot oder lebendig. Der Jäger wollte meine Gefährtin mit sich nehmen, doch sie konnte sich seiner Gewalt zum Glück durch eine Feuerhand entziehen. Entrüstet und verwirrt machten wir uns weiter auf den Weg zum Wachposten, den wir ablösen sollten. Dieser bewachte eine recht unscheinbare Schale, doch kurz nach der Ablösung, wurde der Klingenposten niedergestreckt. Es war uns ein Rätsel, was genau es war, Neesdan konnte nur feststellen, dass Magie in der Luft lag. Elo und Neesdan untersuchten also die Schale und nicht viel später erschien ein Waldgeist, der uns berichtete, dass die Schale, welche den Frühling erwachen lassen soll, krank sei. Wenig später wussten wir, dass wir es hier mit den Eiswesen aus Burgess zu tun haben mussten und so setzten wir alles daran, die Schale wieder in Ordnung zu bringen. Der Waldgeist opferte sich schließlich selbst, als uns ein nicht menschliches Wesen angriff und hinterließ uns eine Flasche mit einer klaren Flüssigkeit. Wir dachten, dummerweise, dies sei das Quellwasser, welches wir zum Reinigen der Schale brauchten und wuschen damit auch die etlichen Wunden aus, die jeder von uns beklagen konnte. Die Folgen waren, dass Keal depressiv zusammen sackte, Asgar vor Adrenalin nur so sprühte, Neesdan lauter Lachanfälle bekam und bei mir zeigte sich das sogenannte Feenwasser durch zornige Wut auf alles und jeden. Schuldbewusst muss ich zugeben, dass ich in dieser Zeitspanne nicht gerade nett zu meinen Gefährten gewesen bin. Ich beschimpfte Keal... eine Dreistigkeit, die ich mir niemals werde verzeihen können. Auch wenn er sagte, dass dies in Ordnung war, da er wusste, dass diese Eigenart von dem Feenwasser kam, fühle ich mich, wenn ich daran zurückdenke, immer noch schlecht. Glücklicherweise fanden wir das Quellwasser noch und Keal bekam den Auftrag, in Kristarsien nach dem Rechten zu schauen, denn auch dort war die Natur nicht mehr im Einklang. Nach diesen Ereignissen war klar, dass wir in der nächsten Zeit nach Kristarsien aufbrechen würden. Die Sache mit dem Kopfgeld und auch dieser neue Auftrag sollten schließlich wichtig genug sein. Nach einer kleinen Weile im Turm brachen wir schließlich auf. Keal und Tolgan reisten voran und ich reiste mit Feron, der mir als Schutz mit auf den Weg gegeben wurde, einen Tag später nach. In Kristarsien angekommen, gab es gleich zwei neue Bekanntschaften zu machen. Taldir, ein Wolfsmensch, der schon länger zur Klinge gehört, geleitete uns in das Lager und dort trafen wir einen Schamanen, der wie Tolgan von den Barbaren abstammte. Hier in Kristarsien geschah etwas, was ich nie für möglich gehalten hätte. Nun, eigentlich passierten zwei Dinge: 1. mir wurde ein großer Teil meiner Seele gestohlen und 2. wurde dieses Stück plötzlich durch pure Magie ersetzt. Wie genau dies geschah, vermag ich nicht zu deuten. So bin ich nun seit einigen Tagen dazu imstande, Magie zu wirken. Dieses neue Gefühl in mir, diese Kraft, die ich nun in mir trage, fühlte sich zuerst sehr fremd und ungewohnt an. Ich wurde gleich unter Eildaras Fuchtel genommen und sie lehrte mir die ersten einfachen Zauber wie Feuerfinger, Licht usw. Ich hatte anfangs Angst davor, dieses Neue in mir zu benutzen und wagte mich nur sehr vorsichtig daran. Mit der Zeit und mit stetigem Üben wurde ich jedoch mit der Kraft vertrauter. Als wären das nicht schon Ereignisse genug, befand ich mich plötzlich auch noch mit Asgar in einer Vision wieder, in derer wir beide einen Kelch sahen, mit verschiedenen Gesichtern drauf, welche jeweils einen Gemütszustand zeigten. Wir folgten dem Becher, der uns bis an das Totentor brachte und nun von uns verlangte, den Becher, gefüllt mit diesen Emotionen, zu ihm zu bringen, um die gefangen Seelen aus Burgess und wohl auch mein noch verschwundenes Teil Seele, wieder freizulassen. Jedoch sollte dies zur Wintersonnenwende geschehen, weswegen wir den Kelch erst einmal wieder leerten und mitnahmen. Nun zurück im Turm, versuche ich mich gelegentlich darin, meine Magie unter Kontrolle zu bringen, denn des Öfteren ist sie noch sehr impulsiv, vor allem, wenn ich starke Gefühle äußere. Deswegen begebe ich mich zumeist in die Kellergewölbe oder übe im Freien, damit ich niemanden damit schade. Wenn ich Glück habe, kann ich noch bei Neesdan in die Lehre gehen, damit ich meine Kräfte auch für die Heilung anwenden kann.


Besonderheiten

Outtime

Name: Anja Plesser
Alter: 27
Wohnort: Belecke

Andere Charaktere

Zora von Hohensee(inaktiv)

Darla Marell, Fledermauswesen (inaktiv)

Larata Merun, Druidin (DSA-Charakter)