Adel und Gesellschaftsschichten

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Wappen König Hansebert III.

Stände und Gesellschaftsschichten

Der Adel in Balamar ist durch ein strenges Adelsgesetz reglementiert. Es gibt zwar eine Unterscheidung zwischen hohem, niedrigem, ländlichem und bürgerlichem Adel, de jure findet aber keine Klassifizierung statt.
Die Zuständigkeit des Adels, gleich seines Ranges, endet mit den Grenzen seiner Markgrafschaft. Grenzübergreifende Fehden sind nicht möglich.
Für den König gilt das Adelsgesetz nur in Bezug auf die Interaktion anderen Adels mit seinem Amt.
Für die Gesellschaften im Eloriwald, dem Protektorat und für die balamarischen Zwerge gilt das Adelsgesetz nicht, mit Ausnahme dessen, das sie den balamarischen Adel anzuerkennen haben.
Jeder regierende Adelige und jedes Adelshaus hat ein Wappen zu führen.

Namensrecht Adelsfamilien tragen nach dem "von" den Namen des Familiensitzes. Damit Missverständnisse vermieden werden, ist bei gleichem Stand und Sitz der Familienname zwingend zu nennen. Gewöhnlich wird der Familienname nur bei Bürgerlichen genannt, und im Adel durch das "von ..." ersetzt. Regierende Adelige mit Ausnahme von Rittern, die außerhalb ihres Familiensitzes regieren, können das "zu" gefolgt vom Namen des Regierungssitzes anhängen, wie z.B. Gräfin Irmina von Geistbach zu Anur'Thal. Der König behält den Namen des Familiensitzes, um den Namen seiner Ahnen zu ehren, verwendet aber kein "zu ...".

Adel

König
Der König herrscht als uneingeschränkter Souverän Balamars unter der Gnade Aurums, und hat uneingeschränktes Veto- und Eingaberecht in sämtliche Belange jedes Balamaren und jeder empfindungsfähigen Kreatur auf balamarischem Boden.
Im Gegensatz zu anderen Königen verwaltet er selbst kein Lehen. Er ernennt jedoch die Stadtvögte von Elros und Anur'Thal.

  • Dagonet der I. von Brimas
    Wappen König Dagonet I.


Markgrafen
Als höchste Lehnsherren unter dem König obliegt es den Markgrafen das Land zu verwalten, die Steuern zu erheben und im Kriegsfall den Heerbann auszuheben. Eine Markgrafschaft gilt rechtlich nicht als Lehen, sondern als Teilstaat.

  • Markgraf Raoul von Trimm (Melanto)
  • Markgräfin Irmegunde von Eschenbach (Fernien)
  • Markgraf Hakon von Geistbach
  • Markgraf Albrecht von Brimas zu Stutzberg
  • Markgraf Thom von Grünhang (Wanorien)
  • Markgräfin Alliane von Freitrutz (Hanorien)
  • Markgraf Tristan von Dreiburgen (Westmark)


Fürst
Fürsten gibt es nur wenig in Balamar, meist sind die Familien, aus denen die Markgrafen stammen große Fürstenhäuser, wie die Häuser Eschenbach, Geistbach und Trimm. Sie sind die höchste Stufe der Lehnsherrn und regieren die größten Lehen innerhalb der Markgrafschaften, die oftmals den Großteil der Markgrafschaft umfassen.

Graf
Obwohl dem Fürsten eigentlich im Rang untertan, sind Grafen und Fürsten in Balamar de facto gleichberechtigt, da es kaum Grafen gibt, die ihr Lehen in einem Fürstentum haben. In der Regel sind die Stadtvögte Grafen.

Freiherr/Baron
Freiherren und Barone sind die häufigsten Landbesitzer in Balamar, mehr noch als Ritter. Gerade im südlichen Balamar ist fast das gesamte Land in Baronien aufgeteilt, teils nicht größer als gewöhnliche Rittergüter, wie in Hanorien gebräuchlich.

Ritter
Grundsätzlich sind Ritter berechtigt, mit ihrem Ritterschlag ein Lehen zu erhalten, oder später Land zu erwerben, das sie autonom verwalten dürfen, allerdings Steuern an die Landesherren zahlen müssen, in deren Land ihr Lehen liegt. Nur Ritter des Königs, Reichs- und Märkische Ritter sind berechtigt, Land zu besitzen, das nicht mindestens in dem Land eines Freiherrn (also nicht direkt in einer Markgrafschaft) liegt. Im Zweifel vergrößern sich Baronien durch hinzu kommende Rittergüter, wenn noch unvergebene Lehen angrenzen, die dann dem neuen Ritter gegeben werden, weshalb der Ritterschlag Vertrauter bisweilen eine beliebte Methode zu Landnahme ist, woraufhin der König die Gesetze zum Ritterschlag verschärfen musste.

Der Ritter ist der einzige echte Vasall, der von seinem Lehnsherrn sowohl mit einem Lehen bedacht werden kann, der aber auch berechtigt ist, es ihm wieder zu nehmen. Im Falle aller anderen Regenten bedarf dies des Eingreifens des Königs.

Es gibt verschiedene Stufen des Ritters, die sich aber bis auf die damit verbundenen Ämter nicht unterscheiden. Der Ritter ist neben dem Adelstitel eine Ehrenbezeichnung, die auch höherer Adel inne haben kann.

Der König muss einem bevorstehenden Ritterschlag, gleich welcher Stufe, stets zustimmen, und nimmt des Öfteren Optionen war, wie den Ritterschlag selbst durchzuführen, wenn er seinen zukünftigen Getreuen persönlich kennen lernen will.
Ein Ritter legt einen Eid ab, der zwar stets unterschiedlich sein kann, aber immer enthalten muss, daß dem König uneingeschränkte Treue in Leib, Leben und Vermögen geschworen wird. Dieser Eid wird in der Regel mit Schwüren gegenüber dem Lehnsherrn des Ritters erweitert.

  • Ritter des Königs - Höchster Ehrentitel nach dem König selbst. Wird nur an Personen vergeben, die dem König selbst einen persönlichen großen Dienst erwiesen haben, und sind dessen Vertraute, Berater, Augen, Ohren und sein Schwert. Können im Auftrag des Königs in deren Namen deren Souveränität ausüben, das heißt ein Befehl aus dem Mund eines Ritters des Königs wird behandelt wie vom König selbst ausgesprochen. Die Ritter des Königs sind dessen wichtigstes Instrument zur Strafverfolgung des Adels, weil keine Behörde einen regierenden Adeligen angehen kann. Markgrafen und Stadtvögte, sowie der Protektor, können nicht zum Ritter des Königs geschlagen werden, um eine Machtkonzentration zu vermeiden. Die Ritter des Königs verzichten traditionsgemäß auf das ihnen zustehende Lehen, und bilden einen geheimen Orden, der im Königspalast seinen Sitz hat.
  • Reichsritter - Gesandte des Königs, die in dessen Auftrag handeln. Sie handeln nicht in dessen Souveränität, sie zu behindern beschwört aber den Besuch eines Ritters des Königs herauf. Reichsritter werden oft eingesetzt, um Ansprüche und Befehle des Königs durchzusetzen, wenn keine Verfehlung vorliegt. Im Gegensatz zu Rittern des Königs, können Sie Regimenter der balamarischen Armee für ihren Auftrag mobilisieren, etwa um Aufstände oder nicht genehmigte Kleinkriege niederzuschlagen. Reichsritter sind meist innerhalb der Markgrafschaft, in der ihr Lehen liegt tätig, und haben dem Markgrafen als ihrem Lehnsherrn gegenüber gewisse Pflichten, nehmen aber nur Aufträge vom König an.
  • Märkischer Ritter - Höchster Ritterstand, den ein Markgraf verleihen kann und Ehrentitel. Nicht zu verwechseln mit dem Ritter der Mark. Ihre Funktion ist meist ähnlich der eines Reichsritters, auf Ebene der Markgrafschaft. Oftmals werden die Gardeeinheiten einer Markgrafschaft von einem märkischen Ritter befehligt. Sie sind Vasallen des Markgrafen, und ihm als ihrem Lehnsherrn verpflichtet.
  • Ritter Balamars - Ein Ritter, der vom König geschlagen wurde. Entspricht dem gewöhnlichen "Ritter" ohne besondere Funktion, nur das sein Eid in der Regel keine Schwüre gegenüber einem Lehnsherrn beinhaltet.
  • Ritter der Mark - Wie Ritter Balamars, nur vom Markgrafen geschlagen. Das "der Mark" wird mit Ausnahme der Westmark in den meisten Markgrafschaften durch deren Namen ersetzt.
  • Ritter - Ein gewöhnlicher Ritter, von seinem Lehnsherrn geschlagen, und meist durch zusätzliche Schwüre an diesen gebunden.


Thane
Der Thane ist eine Sonderform des Ritters. Er wird gerne als Ritter ohne Lehen bezeichnet. Juristisch gesehen, gehören Thane dem nicht titulierten Adel an, tragen aber den Titel "Thane". Der Titel des Thane entstammt der Tradition der Stutzberger Barbaren, und ist ursprünglich ein Ehrentitel für einen Helden oder Champion des Stammes. Der Titel war mit Privilegien, aber nicht mit Souveränität verbunden. Die historischen Thane wurden oft als Gehilfen der Häuptlinge eingesetzt.
Heute sind die Thane Gesandte ihres Herrn. Vergleichbar mit einem Reichsritter oder einem märkischen Ritter, auf einer niedrigeren Ebene. Ein Thane ist stets an ein Lehen gebunden. So kann jeder Lehnsherr, vom Ritter bis zum Fürsten, sowie Städte, einen oder mehrere Thane ernennen. Markgrafen und Königen sind Reichsritter und Märkische Ritter als Gesandte vorbehalten. Die meisten Thane gehören Freistädten, Fürstentümern und Grafschaften an. Nur selten haben ländliche Lehen einen Thane. Jeder Lehnsherr kann beliebig viele Thane haben. Anders als ein Ritter, der sein Einkommen selbst erwirtschaftet, werden Thane von ihrem Lehnsherrn entlohnt. Ihnen steht ein Entgelt, etwa in Höhe des regionalen Durchschnittsertrags eines Ritters zu, weshalb Thane oft sehr teuer und daher eher selten sind.
Im Namen wird nach dem "von" stets der Name des Lehens, auf das der Thane vereidigt ist getragen.
Er ist dabei an das Lehen gebunden, nicht an den Lehnsherrn.
Ein Thane hat meist noch andere Ämter. In jedem Fall kann er seinen Lehnsherr vor Dritten vertreten.

Untitulierter Adel
Die niedrigste Stufe des Adels stellt der untitulierte Adel dar. Die Besitzer erhalten keinen Titel, sondern lediglich das Recht, den Zusatz "von" im Namen zu tragen und ein Wappen zu führen. Die übrigen Rechte des untitulierten Adels gleichen denen des Bürgertums. Vor allem das Recht, titulierten Adel zu heiraten macht einen Unterschied.
Die Zugehörigkeit zum untitulierten Adel kann auf unterschiedliche Art und Weise erlangt werden. Etwa durch Abstieg nach Verlust von Titel und Lehen durch Urteil, Armut oder unglückliche Fügung. Oder auch durch Aufstieg, wie die Erhebung in ein Amt, das die Zugehörigkeit zum untitulierten Adel mit sich bringt, wie das des Herolds.
Dem untitulierten Adel anzugehören gilt als Statussymbol beim reichen Bürgertum, denn im Gegensatz zum titulierten Adel kann sich in den untitulierten Adel eingekauft werden. Die Preise variieren stark von Region zu Region und basieren auf einer komplexen Rechnung, die die wirtschaftliche Lage der Region, Einwohnerzahl, Adelsverhältnisse und vieles mehr berücksichtigt. Es wird dabei nicht der Adel an sich gekauft, sondern der Adelsbrief, dessen Herstellungskosten weit unter dem Verkaufspreis liegen, und der stark besteuert ist.
In Anur'Thal kostet ein Adelsbrief mehrere hundert Gold; um einer Adelsinflation vorzubeugen wurde der Mindestpreis zuletzt auf 300 Gold festgelegt und schwankt teils bis in den vierstelligen Bereich. Daneben kostet ein Adelsbrief in Regionen die arm an Adel sind, wie die Westmark, momentan nur 20 Gold, mit Ausnahme der reichen Stadt Dreiburgen, wo der Preis durch königliches Dekret auf 80 Gold angehoben wurde, da dort ebenfalls eine Adelsinflation um sich greift.
Der städtische untitulierte Adel wird gemeinhin als eine Art exklusiver Verein mit enormen Beitrittsgebühren beschrieben.

Hohe Mitglieder der Kirche und Meister der Magie, sowie Oberhäupter der Elfen, Barbaren und Zwerge Balamars können den untitulierten Adel beanspruchen, und einen Adelsbrief zu normalen Handelssteuern, ohne die Zusatzgebühren erwerben.

Gemeine

Bürgertum
Das Bürgertum ist die Schicht der Freien nicht adeligen Balamaren, die das Bürgerrecht erworben oder erhalten haben, der es ihnen gestattet, Land zu erwerben, das sie bewirtschaften können, aber niemals Steuern oder ähnliches erheben dürfen und dort stets der Souveränität des Besitzers des Lehens unterliegen. In der Praxis sind das meist Baugrundstücke in Städten, oder die Güter freier Bauern auf dem Land. Meist bleiben die Felder im Besitz des Lehnsherren, da diese ohnehin Steuern für das Erwirtschaftete erheben. Das Bürgertum besteht größtenteils aus der Mittelschicht von Händlern, Handwerkern, Wirten und Beamten.
Mitglieder der Gläsernen Klinge erhalten mit ihrer Aufnahme in den Orden das Bürgerrecht, ebenso wie Absolventen der Magierakademie. Ausländern kann ein eingeschränktes Bürgerrecht erteilt werden. Das Bürgerrecht wird an alle Nachkommen vererbt, kann aber verloren werden, wenn Zahlungsunfähigkeit eintritt.

Pöbel
Der gemeine Pöbel bildet die Unterschicht der balamarischen Bevölkerung. Arbeiter, Knechte, Seeleute und einfache Soldaten. Sie können kein Land erwerben, sind aber frei in der Wahl ihres Wohnortes und ihrer Arbeit.

Unfreie
Unfreiheit sieht das balamarische Recht nicht vor. Leibeigenschaft und Sklaverei sind streng verboten. Lediglich ein auf Kerkerhaft oder Zwangsarbeit lautendes Urteil kann einem Balamaren die Freizügigkeit und freie Wahl des Arbeitgebers entziehen. Ausländer können aufgrund eines Gesetzes oder einer Vorschrift in ihrer Freiheit eingeschränkt werden.

Ausländer
Ausländer können die balamarische Staatsbürgerschaft erhalten, wenn sie einen komplizierten Verwaltungsakt durchlaufen. Dabei wird geprüft, ob sie magisch rein sind, sie in Balamar oder dem Ausland nicht steckbrieflich gesucht werden, und sie arbeitsfähig und -willig sind. Sie können ohne Staatsbürgerschaft ein eingeschränktes Bürgerrecht erwerben, um Grundstücke kaufen zu können, und einen Handelsbrief, um gewerblichen Handel treiben zu dürfen. Ersteres bedarf in der Regel eines balamarischen Bürgen, letzteres ist auch für fahrende Händler zwingend notwendig. Der Frachthafen von Port Lamar ist eine Freihandelszone, so das Schiffe ihre Ladung ohne Handelsbrief an balamarische Händler verkaufen können. Ausländische Adelstitel können anerkannt werden, bei der etwaigen Verleihung der Staatsbürgerschaft besteht aber kein durchsetzbarer Anspruch auf ein Lehen. Ausländer, die sich der Klinge anschließen, gelten als dem Bürgertum zugehörig, solange sie dem Orden angehören, und können in einem vereinfachten Verfahren die Staatsbürgerschaft erhalten.

Ämter

Stadtherr
Der Stadtherr ist der Regent einer der drei Reichsstädte und eine Sonderform des Stadtvogtes. Er hat den Vorsitz des Magistrats (eine Sonderform des Stadtrats) der Reichsstadt und ist der Souverän der Stadt, dabei wird er vom Magistrat lediglich beraten. Das Verhältnis eines Stadtherrn gegenüber dem Magistrat ist ähnlich wie das eines Markgrafen gegenüber dem Herrscherrat. Gleichzeitig ist der Statthalter des Königs, wie die Markgrafen, und keinem anderen Amt untergeordnet.
Zum Amt des Stadtherrn gibt es kein Erbrecht, Stadtherrn werden vom König eingesetzt.
Der Stadtherr muss nicht adeligen Geblüts sein, wird aber mit dem Amt automatisch in den Stand des Grafen erhoben. Stadtherren sind die einzigen Grafen, die nicht automatisch ein eigenes Lehen besitzen, und ihre Lehen aufgeben müssen, zugunsten ihres Erben, eines ausgewählten Nachfolgers oder indem sie ihr Lehen aufgeben und an die Markgrafschaft zurückgeben.

  • Graf Udalbert von Elros (Elros)
  • Gräfin Irmina von Geistbach zu Anur'Thal (Anur'Thal)
  • Graf Jakobolt von Trimm zu Port Lamar (Port Lamar)


Stadtvogt
Der Stadtvogt ist der Regent einer freien Stadt und Vorsitzender des Stadtrats. Er besitzt eine eingeschränkte Souveränität, und kann vom Stadtrat überstimmt werden. Ein Stadtvogt wird vom Stadtrat vorgeschlagen und untersteht dem jeweiligen Markgrafen. Stadtvögte können, müssen aber nicht adelig sein. Sie dürfen neben ihrem Amt als Stadtvogt ein eigenes Lehen bewirtschaften, das nicht weiter als 50 Meilen von ihrem Amtssitz entfernt sein darf, nicht an die Stadt oder deren Lehen angrenzen darf, und das innerhalb der gleichen Markgrafschaft liegen muss.

Landvogt
Ein Landvogt ist ein vom Markgrafen bestellter Verwalter eines nicht vergebenen Lehen. Er darf das Lehen bewirtschaften und besitzt dort Souveränität. Er ist aber nicht Besitzer des Lehens, sondern verwaltet es so lange, bis ein Lehnsherr gefunden wird. Landvögte können, müssen aber nicht adelig sein. Sie dürfen kein eigenes Lehen bewirtschaften. Ein Landvogt kann mehr als ein Lehen verwalten, insbesondere, wenn nicht vergebene Lehen verschiedener Stufe ineinander liegen.

Vogt
Ein Vogt ist ein Verwalter eines Lehens oder einer unfreien Stadt. Er wird vom Lehnsherrn bestellt und unterstützt diesen bei der Verwaltung und vertritt ihn in dessen Abwesenheit. Ein Vogt kann adelig sein, und auch ein Lehen besitzen, sofern dieses im Lehen seines Lehnsherrn liegt, und sein Titel dem des Lehnsherrn untergeordnet ist. Vögte müssen aus der Bevölkerung des fraglichen Lehens entstammen. Vögte können überdies das Lehen ihres Herrn als Statthalter verwalten und bewirtschaften, wenn dieser das Lehen nicht selbst führen kann, etwa durch Krankheit, einem minderjährigen Erben, unklarer Erbschaft oder ähnlichem.

Protektor
Der Protektor ist der Verwalter eines autonomen Gebiets und fungiert als Mittelsmann zwischen dem Königreich und der autonomen Herrschaftsstruktur. De jure existieren Protektoren für alle autonomen Gebiete, in der Praxis ist aber nur der Posten des Protektors des Barbarenprotektorats besetzt. Der Protektor der Elori ist der Elbenherrscher selbst, die Klinge hat einen Diplomatenstab, der einen Protektor erübrigt, und die Zwerge kommunizieren in der Regel nur mit ausgewählten Gesandten der Klinge, die dann auch für das Königreich sprechen. Er kann adelig sein und ein Lehen bestellen.

  • Protektor der Barbaren, Siegbart von Elros


Herold
Der Herold ist ein Gesandter eines regierenden Adeligen oder eines Adelshauses. Er vertritt seinen Herrn nach außen und dient sowohl als Diplomat, als auch als Bote und kann seinen Herrn im Herrscherrat vertreten. Herolde besitzen diplomatische Immunität und tragen keine Waffen, wenngleich sie, gerade in heiklen Gebieten, oftmals einen Gehilfen haben, der ihnen eine Waffe reicht, und sie sich verteidigen dürfen, wenn es zum Kampf kommt. Es kann für jede Zuständigkeit nur einen Herold geben. Sie dürfen kein Lehen besitzen und gehören immer dem untitulierten Adel an, führen aber das "Herold" wie einen Adelstitel. Bei ihrer Ernennung verlieren sie alle etwa vorhandenen Titel, und ihren Familiennamen. Obwohl keine Pflicht, ist es Tradition, das Herolde auf Heirat verzichten. All das symbolisiert ihre uneingeschränkte Loyalität gegenüber ihrem Herrn. Es gibt allerdings einige traditionelle Heroldsfamilien, bei denen oftmals die gesamte Familie einem großen Adelshaus dient, wie die Herolde des Hauses Elros und deren vielen regierenden Abkömmlingen aller Ebenen des Adels.

Persevant
Ein Persevant, regional auch "Unterherold", ist ein niederer Herold und meist dessen Gehilfe und Lehrling. Er hat die gleichen Aufgaben, Pflichten und Einschränkungen, untersteht aber stets einem Herold, und es kann mehrere Persevanten geben. Er gehört stets dem untitulierten Adel an. Die meisten Persevanten steigen zum Herold auf.

Amtmeister
Der Amtmeister ist der oberste Beamte eines Amtssitzes. Sie sind aufgestiegene Amtmänner oder -frauen und können demzufolge nicht dem Adel entstammen, wohl aber einen Adelsbrief kaufen. Um Interessenkonflikte zu vermeiden, bleibt ihnen das Handelsrecht verwehrt. Es gibt unter ihnen eine komplexe Hierarchie, entsprechend der Zuständigkeiten und dem Verhältnis ihrer Amtssitze zueinander.

Amtmann/-frau
Ein Amtmann bzw. eine Amtfrau ist ein normaler Beamter des enormen balamarischen Verwaltungsapparates. Amtmänner und -frauen erhalten das Bürgerrecht, so noch nicht vorhanden, und dürfen nicht adelig sein und keinen Adelsbrief kaufen. Ebenso verfallen Handelsbriefe und dürfen nicht neu erworben werden. Wie die Amtmeister unter sich, haben auch die Amtmänner und -frauen eine komplizierte Hierarchie innerhalb ihres jeweiligen Amtes.

Richter
Richter sind Beamte des Reiches und stehen der Gerichtsbarkeit in einem Lehen oder einer Stadt vor. Jedes größere Lehen, und jede freie Stadt hat mindestens einen Richter. Diese können aus jeder Bevölkerungsschicht stammen, dürfen aber kein Lehen besitzen. Richter werden niemals in dem Lehen eingesetzt, aus dem sie stammen, und wenn möglich nicht in solchen, in denen sie Verwandtschaft haben. Sie leiten die Gerichte und fällen Urteile. Lediglich Todesurteile bedürfen der Zustimmung des Markgrafen oder des Königs. Gerichte gegen Adelige bestehen stets aus dem zuständigen Richter und zwei weiteren Richtern, die einen Konsens treffen müssen. Neben den Lehen gibt es einen obersten Richter in jeder Markgrafschaft, sowie den Erzrichter des Reiches, die für Verbrechen gegen eine Markgrafschaft beziehungsweise den König oder das Reich zuständig sind, sowie Urteile der gewöhnlichen Richter aufheben oder bestätigen können, wenn ein Urteil angezweifelt wird. Der König ist die letzte Instanz im balamarischen Recht.

Büttel
Büttel sind Beamte eines Lehens oder einer Stadt und für die Strafverfolgung zuständig. Er ist Helfer der Gerichtsbarkeit und es gibt ihn auf allen Ebenen des Reiches. Er stellt Ermittlungen an, befragt Zeugen und Verdächtige, und kann bei geringfügigen Verbrechen und in Ermangelung eines Richters, Urteile fällen. Für gewöhnlich gibt es Büttel bis in größere Dörfer. Eine Stadt oder das Lehen selbst meist mehrere. Büttel entstammen niemals dem Adel, bzw. verlieren ihren Stand, wenn sie Büttel werden. Gegenüber dem Adel agieren Sie im Namen des jeweiligen Lehnsherrn, und dürfen Adelige jeden Standes befragen, wenngleich sie gegenüber Adel der ihrem Lehnsherrn vom Stand her nicht untergeben ist, keine Gewalt haben. Sie können Folter zur Beugung beantragen, die von einem Richter genehmigt werden muss.

Henker
Wie Büttel sind Henker Beamte eines Lehens einer Stadt, und Helfer der Gerichtsbarkeit. Sie vollstrecken Todesurteile und Körperstrafen, und vollziehen Folter zur Erzwingung einer Aussage. Sie sind außerdem für die Gesundheit der Gefangenen zuständig und, insbesondere in Gegenden, in denen eher Körper- als Haftstrafen verhängt werden, Experten der Heilkunde, und agieren in ländlichen Gegenden oft auch als Ärzte. Anders als in vielen anderen Reichen, gilt der Beruf des Henkers in Balamar nicht als unehrenhaft. Denn Urteile werden stets im Namen des Königs vollstreckt, Handlungen im Namen des Königs können niemals ehrlos sein.


Adelshäuser

Das Haus Brimas
Seit der Einigung der Stämme vor mehr als 500 Jahren ist das Haus Brimas die Königsfamilie von Balamar. Bis auf wenige Ausnahmen hat diese Familie sämtliche Könige gestellt. Das geht auf die Tradition der Stutzberger Barbarenstämme zurück, die im Gegensatz zu anderen Regionen bereits vor der Einigung der Stämme unter einem Barbarenkönig vereint waren. Das Haus Brimas vereinnahmte das Haus Stutzberg, aus dem der Markgraf kam, als dieses verarmte. Der Markgraf Stutzbergs kommt noch immer aus dem Stutzberger Zweig des Hauses Brimas. Das Haus Brimas gilt trotz der wirtschaftlichen Mittelmäßigkeit ihrer Markgrafschaft, neben dem Haus Eschenbach als eines der reichsten und mächtigsten Häuser Balamars. Die von Brimas werden als berechnend wahrgenommen, und planen ihre Aktionen lange im Voraus und unter Berücksichtigung zahlreicher Möglichkeiten, was als Quelle ihres Erfolges gesehen wird. Ihre Entscheidungen als Herrscher sind oft pragmatisch, aber gerecht und stets von Erfolg gekrönt, wenn auch schwer zu durchschauen.

  • König Dagonet der I. von Brimas (Familienoberhaupt)
  • Markgraf Albrecht von Brimas zu Stutzberg
  • Archibald von Brimas


Das Haus Eschenbach
Die Eschenbachs sind das größte und einflussreichste Adelshaus Balamars. Sie stellen den Markgrafen Ferniens, haben ein Mitglied im hohen Rat der Klinge, viele Königinnen stammen aus diesem Hause, und zahlreiche Angehörige aus dem Hause Eschenbach belegen verschiedene führende Positionen in Balamar, auch außerhalb Ferniens, sei es als Beamte, Offiziere oder in den Gilden. Trotz ihres Einflusses, ist es dem Haus bislang nicht gelungen einen König zu stellen, obwohl die meisten Königinnen Eschenbachs waren. Das Haus gilt als vereinnahmend und übermächtig. Niemand wagt es, dem Willen der Eschenbachs zu widersprechen, auch wenn er im Recht wäre. Sie nehmen auf fast alle Elemente des Reiches Einfluss, sei es Armee, Ämter, Kirche, sogar die Klinge und der König selbst. Dennoch vermochten sie es bislang nicht, einen Umschwung im balamarischen Machtgefüge herbeizuführen. Die Oberhäupter der Familie gelten - womöglich auch durch den stetigen Misserfolg kurz vor dem Ziel - als reizbar und missgelaunt, während der Rest der Familie als durchaus kooperativ und ehrgeizig gilt.


Das Haus von Elros
Das alte fernische Adelshaus wurde vor der Erhebung Elros zur Reichsstadt stets von den Eschenbachs unterdrückt, erholte sich danach aber schnell wieder. Zwar gibt es auf das Amt des Stadtherrn kein Erbrecht, aus Tradition und weil sie die mächtigste Familie Elros sind, pflegen die Könige Balamars stets einen von Elros zum Stadtherrn zu erheben. Die von Elros betreiben selbst einen großen Teil des Handels und Ackerbaus in Elros und auf dessen Außengebieten. Sie gelten in Elros als Maß der Dinge, sind auf Ebene des Reiches aber als Grafenfamilie eher unbedeutend, mit Ausnahme des Stadtherrn aus ihrer Mitte. Sie dürften die reichste Grafenfamilie Balamars sein.

  • Stadtherr Graf Udalbert von Elros (Familienoberhaupt)
  • Protektor der Barbaren Siegbart von Elros


Das Haus Geistbach
Vielen gilt das Haus Geistbach als das wohltätigste in Balamar. Sie stellen den Markgrafen, und meist den Stadtherrn von Anur'Thal, und sind aufgrund der Wirtschaftskraft der Markgrafschaft und der Reichsstadt wohl diejenige Familie, mit dem höchsten Einkommen in Balamar. Doch anstatt Vermögen und Macht anzuhäufen, wie andere Adelshäuser, leben sie eher bescheiden, in einer relativ kleinen Burg und ohne viel Pomp, exotische Speisen und exklusive Kleider und Schmuck. Die Geistbachs pflegen einen Großteil ihrer Einnahmen der Kirche zu spenden, und gelten damit als der Grund, weshalb keine Steuer für die Versorgung der Kirche erhoben werden müssen. Und als der dafür, daß jede Siedlung in Geistbach, südlich des Nordrandgebirges, zumindest eine steinerne Kapelle hat. Ihnen sind auch die größten und prächtigsten Dome und Kathedralen Balamars, die sich alle in Geistbach befinden, zu verdanken.

  • Markgraf Hakon von Geistbach (Familienoberhaupt)
  • Stadtherrin Gräfin Irmina von Geistbach zu Anur'Thal


Das Haus Grünhang
Das wanorische Herrscherhaus Grünhang gilt als das gemäßigtste in Balamar. Sie sind zwar nicht wirklich reich, aber auch nicht arm, streben nicht nach großer Macht, regieren aber seit Generationen weise und mit starker Hand. Sie sind beim Volk beliebt, und kaum jemand findet etwas an ihnen auszusetzen. Wenn auch ihre Feste von den an Pomp gewohnten ostbalamarischen Häusern als einfach aber kurzweilig betrachtet werden.

  • Markgraf Thom zu Grünhang (Familienoberhaupt)


Das Haus von Trimm
Wie das Haus von Geistbach, stellt das Haus von Trimm sowohl den Markgrafen als auch den Stadtherrn. Allerdings stammen beide aus verschiedenen Zweigen der Familie, die untereinander seit Jahrzehnten im Streit liegen, weshalb sie nicht mehr voneinander profitieren. Um der Stabilität in der Region willen, erklärte seine Majestät, König Dagonet I, das er den nächsten Stadtherrn aus einer anderen Familie benennen wolle, wenn der Streit nicht beigelegt wird, was diesen aber nur verschlimmerte. Der Erbe des alternden Raoul gilt als gemäßigt und wird von vielen als Hoffnung gesehen.

  • Markgraf Raoul von Trimm (Familienoberhaupt)
  • Stadtherr Graf Jakobolt von Trimm zu Port Lamar


Das Haus Freitrutz
Das Haus von Freitrutz ist die einzige Markgrafenfamilie, in der stets eine Frau das Amt der Markgräfin erbt, während es in vielen anderen Markgrafschaften üblich ist, nur männlichen Nachwuchs mit dem Amt zu beerben. Trotz der Unkenrufe des konservativen Adels, lässt sich daraus kein statistischer Nachteil erkennen, im Gegenteil, gemessen an seiner Bevölkerung und dem, was das Land bietet, ist Hanorien deutlich erfolgreicher als andere Markgrafschaften. Sie gelten als streng und kalt, und übernahmen die Regentschaft über die Markgrafschaft, nachdem sie einen Krieg gegen das seit dem zerschlagene Haus Greifenwacht gewannen, das Hanorien in den Ruin getrieben hatte.

  • Markgräfin Alliane von Freitrutz (Familienoberhaupt)


Das Haus Dreiburgen
Obwohl kleiner als viele andere Familien des Hochadels, ist das Haus von Dreiburgen durch das Monopol der Westmark am Holzmarkt zu großem Reichtum gelangt. Es besteht aus drei Zweigen, unter deren Oberhäuptern durch ein kompliziertes Verfahren der neue Markgraf bestimmt wird. Die Dreiburgener gelten im Reich als konservativ und argwöhnisch, in der Westmark als gierig und machthungrig. So haben es die Westmärker Markgrafen stets vermieden, Lehen zu vergeben. Obwohl die Westmark nach der zweiten Landreform in vierzehn Lehen aufgeteilt wurde, sind nur vier regiert. Allein drei sind Rittergüter der Familie Dreiburgen, deren drei Oberhäupter Märkische Ritter sind. Ein weiteres ist die Baronie Brina, die, Beobachtern zufolge, von den Dreiburgenern bewusst klein gehalten wird. Markgraf Tristan hat eine Schicht untitulierten Adels aus Händlern um sich gescharrt, und liebt es, seinen Reichtum mit protzigen Festen zu feiern. Während sich die Familie in ihrer Heimatstadt großer Beliebtheit erfreut, wird sie in weiten Teilen der Markgrafschaft verachtet, weil sie ihren Reichtum nicht teilt.

  • Markgraf Tristan von Dreiburgen


Wichtige Persönlichkeiten

Der hohe Rat der Klinge


Persönlichkeiten am Hof

  • Die Königin Simia von Eschenbach zu Brimas
  • Königskinder
    • Kronprinz Arkos von Brimas
    • Prinzessin Ayla von Brimas
    • Prinz Fargol von Brimas
  • Der Wappenkönig Baron Sigismund von Ebershagen
  • Der Reichssiegelbewahrer Armando Freiherr von Mareno
  • Der Hofnarr Kaiser Rotschopf vom Anur (nicht adelig, besitzt Immunität)
  • Der Reichsgroßgeheimrat, Chef des KBIA Damian Wolfshaupt
  • Der oberste Heerführer Baron Wulfen von Trimm
  • Die erste Hofdame Gräfin Aldare von Freitrutz zu Grünhang
  • Der oberste Hofgeweihte Geldor Stipenbrink
  • Der oberste Hofmagier Magus Maior Fingorn der Schweigsame
  • Die oberste Kammerzofe Gwynna Lautenherz
  • Der Leibarzt des Königs Archiatro Haran Farbug
  • Der Herold Rayal Freiherr von Alwin
  • Der Kämmerer Baroness Nira von Geistbach
  • Der Ruwenische Botschafter Timotheus von Südergran


Der Beraterstab des Königs Der Beraterstab des Königs besteht traditionell auf 5 Mitgliedern der gläsernen Klinge, üblicherweise je ein Mitglied aus jeder Kaste. Dazu kommen noch verschiedene Persönlichkeiten aus dem Hofstaat, wie zum Beispiel der oberste Hofgeweihte und der oberste Hofmagus.

  • Oberst Turim Sohn des Torom
  • Esperius Uigar
  • Magister Trontir Wagolfsson
  • Ostaner Torben von Trimm
  • Archiatro Tula vom Drachenberg


Siehe auch

Balamar
Liste der Könige Balamars